Ich bin also gestern mit dem Zug nach Kuwana. Das einzige, was das Zugfahren etwas schwierig gemacht hat, war die Tatsache, dass es verschiedene Bahngesellschaften gibt und die alle ihre eigenen Bahnsteige und Fahrkartenautomaten hier in Nagoya haben. Das war ein wenig verwirrend. Auf dem Rückweg war es einfacher, da Kuwana ein kleiner Bahnhof ist und die sich dort die Bahnsteige teilen.
Die Zugfahrt war schön: Raus aus Nagoya und die Stadt aus der Ferne betrachten können. Landschaft mit Flüssen Feldern und in der ferne die Berge. Leider sind die Sitze in vielen japanischen Zügen parallel zum Fenster angebracht, wodurch das Rausschauen etwas unbequemer ist.
In Kuwana angekommen, hat mich Yamamori-sensei am Bahnhof abgeholt und zum Kimono-Geschäft eines Familienmitgliedes (ich glaube es war sein Bruder) geführt. Dort fand nämlich gerade eine Ausstellund einer besonderen Art von Puppen statt, der sogenannten Ichimatsu. Diese kostbaren Puppen haben Gesichter, die aus einem Muschelgemisch hergestellt werden, das aussieht wie Porzelan. Ihre Kleider werden aus Kimonostoffen hergestellt. Jede einzelne dieser Puppen kostete zwischen 1000 und 5000 Euro. Für mich sahen sie sehr mysteriös und geheimnisvoll aus.
Danach sind wir in eine winziges Nudel-Restaurant gegeangen, wo ich gekühlte Udon-Nudeln (hiyashi Udon) gegessen habe. Das heißt, dass in der Brühe/Wasser, in dem die Nudeln schwammen, als sie serviert wurden, auch tatsächlich Eiswürfel schwammen. Es war erstaunlich lecker und erfrischend.
Hinterher sind wir dann zu der Halle gegangen, in der das Konzert stattfand und ich lernte weitere Mitglieder aus Yamamori-senseis großer Familien kennen. Er hat 6 Geschwister und seine Mutter lebt auch noch!
Das Konzert war gut und ich fand die Zusammenstellung der Stücke, von Mendelsohn über Grieg zu Chopin und Balakirew sehr interessant. Ich habe es auf jeden Fall sehr genossen. Yamamori-sensei hatte auch Blumen bestellt, die ich der japanischen Pianistin, die allerdings in Deutschland wohnt, überreichen durfte. Wir durften auch noch kurz in de Backstage-Bereich.
Bei Kaffe und Kuchen in einem Café ließen wir dann in großer Runde den Tag ausklingen und nachdem sich die Runde aufgelöst hatte, bin ich noch auf einen Tee mit Yamamori-sensei und seiner jüngeren Schwester ins Kimonogeschäft geladen worden.
Danach ging es für mich zurück nach Nagoya.
Sonntag, 7. Oktober 2007
Kuwana
Eingestellt von
Piranjade
um
05:21
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3 Kommentare:
Wow - klingt ja wirklich sehr... familiär dieser Ausflug. Hätte ich jetzt nicht wirklich erwartet. O_o
Worüber habt ihr euch so unterhalten? Ich wüsst gar nicht, was ich da sagen sollte, wenn ich nen ganzen Tag mit Yamamori-sensei verbringen würde...
Aber ich hoffe, du konntest ihn nun endgültig davon überzeugen, dass es keine schlechte Wahl war, dich nach Japan zu schicken. ^^
Yamamori-sensei hat mir sehr viel von sich erzählt und vor allen Dingen sehr viel beschrieben: Das ist die Grundschule, in die ich gegangen bin; so eine Puppe hätte ich auch gerne; hier komme ich immer hin wenn ich in Japan bin; dies ist der örtliche Dialekt, usw. War sehr interessant. Und während des Konzertes haben wir uns natürlich gar nicht unterhalten und auch später im Café habe ich mich hauptsächlich mit einer jungen Japanerin unterhalten.
Ob ich nun die richtige oder falsche Wahl war, stand zum Glück gar nicht mehr zur Debatte. :) Er hat aber einmal über mein Japanisch gelästert. :p
Yamamori lästert? Das ist aber gar nicht höflich! :p xD
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