Ich liebe meinen Futon! Gerade mit dem Heizteppich darunter ist es für mich ein Genuss darauf zu schlafen. Ich hatte anfangs noch Bedenken, dass es zu hart sein könnte auf dem dünnen Ding auf dem Boden zu schlafen, aber ich muss sagen, dass es mir wirklich gut gefällt. Ich wünschte, ich könnte ihn mit nach Deutschland nehmen, aber dafür ist er wohl zu schwer. Schade!
Auf jeden Fall ist Japan sehr viel interessanter und angenehmer, wenn man schlafen kann und so bin ich auch wesentlich mehr unterwegs. Vor einigen Wochen war ich am Wochenende mit Mekhribon im Zoo. Und auch wenn es mir nicht so gut gefallen hat wie Hagenbeck's und ich ganz fest der Ansicht bin, dass die Eisbären völlig verhaltensgestört sind (die standen die ganz Zeit mit dem Gesicht zur Wand und nickten), war es doch insgesamt nett und wir beobachteten Tiere und Menschen gleichermaßen, die wie wir durch die erste Frühlingssonne nach draußen gelockt worden waren.
Mich faszinierten besonders die Tretboote und "Kinderautos", die es auch noch auf dem Zoogelände gab.
Und zum Schluss erkletterten wir noch einen Hügel hinter dem Rosengarten und hatten einen tollen Blick auf Nagoya und den Skytower - eine Art Fernseh- und Aussichtsturm.
Danach musste Mekhribon leider auch schon nach Hause um noch ein bischen zu schlafen bevor sie zur Arbeit gehen musste, da sie ja Nachtschicht (22 - 9 Uhr) arbeitet. Da ich noch ein bischen was unternehmen wollte, aber keine rechte Idee hatte was, machte ich mich auf den Weg nach Osu Kannon, meinen liebsten Stadtteil hier in Nagoya, weil ich da eigentlich immer noch etwas neues entdecke.
Also lief ich fröhlich fotografierend durch die Gegend, schaute mir kleine Schreine an, stöberte in kuriosen Kramläden und genoss den Sonnenschein.
Als ich mich gerade wieder in einer der überdachten Einkaufsstraßen befand, hörte ich
etwas ungewöhnliches in der Ferne. Marschmusik...?!? Erstaunt ging ich in die Richtung und traf auf eine (verspätete) St.Patrick's Day-Parade! In Nagoya. Im Stadteil um den großen Tempel herum. Ich war verblüfft, amüsiert und fasziniert zugleich und ließ mich von der Menge mitziehen und schoss noch mehr Fotos.
Was es nicht so alles gibt...
Montag, 14. April 2008
Ausgeschlafen und unternehmungslustig
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Piranjade
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10:06
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Sonntag, 6. April 2008
Bruchstücke II
Mein Laptop ist wieder heile! Das Ersatzteil war gestern in der Post, ich habe es eingebaut und nun habe ich wieder Bild! Juhuu! Danke an alle die mitgeholfen haben - Fehlerfindung per Telefon, Besorgen der Ersatzteile und dann das Zuschicken derselbigen. Daher gibt es nun erstmal ein paar Nachholeinträge.
Wir haben mal wieder von der Uni aus einen Ausflug gemacht. Diesmal ging es per Taxi zum Aichi Keramikmuseum. Das Taxi wurde freundlicherweise von der Uni bezahlt.
Dort angelangt, besichtigten wir erstmal ein paar historische Brennöfen, bevor es in ein Nebengebäude ging, wo wir von anderen Besuchern des Museums getöpferte Dinge ansehen konnten, die dort in Plastikkisten darauf warteten abgeholt zu werden.
Und in einigen Vitrinen konnte man auch die Stücke der Profis bewundern.
Nach einiger Wartezeit führte uns dann eine junge Mitarbeiterin des Museums vor, wie man eine einfache Teeschale herstellen kann. Dann wurden wir in einen großen Raum geführt, bekamen einen Kloß Ton und konnten selbst drauflos töpfern.
Unseren gesammelten Werke werden vom Museum glasiert werden und dann können wir sie abholen. Wenn es soweit ist, werde ich vermutlich auch noch in die Austellung des Museums gehen, die wir leider an dem Tag nicht mehr gesehen haben.
Zurück ging es dann nicht per Taxi, sondern per "Linimo", das ist die für die Expo 2005 gebaute Magnetschwebebahn. Der Weg zum Bahnhof führte uns durch unbebaute Landschaft, die seltsam bizarr wirkte. Am Wegesrand standen Vasen und Statuen aus Ton verlassen im Staub und weit und breit war kein Mensch außer uns zu sehen, nur in der Ferne ragte die Linimostrecke in den Himmel und der Lärm einer Straße war gelegentlich zu hören.
Die Linimo ist vollautomatisiert, es gibt keine Schaffner, keine Fahrer, kein Bahnhofspersonal. Man betritt einen hohen Turm, kauft sich am Automaten eine Fahrkarte mit der man dann durch eine Schranke kommt und wartet dann schwindelerregend hoch über dem Erdboden auf die nächste Bahn.
Durch die Höhe hat man aber auch eine tolle Aussicht, wenn man schwindelfrei genug ist, um sie zu genießen. Die Landschaft wirkte stellenweise wie ein verlassenes Neubaugebiet und man kann Überreste der Expo sehen. Ich habe mir die ganze Fahrt über allerdings über etwas völlig anderes Gedanken gemacht: Ist es wirklich schlau in einem Erdbebengebiet eine Bahn auf Stelzen zu bauen...?
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Piranjade
um
11:30
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